Martin-Lehnert-Preis
Mit dem Martin-Lehnert-Preis, gestiftet vom ehemaligen Präsidenten der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft Martin Lehnert, sollen Studierende bzw. junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die sich in herausragender Weise mit Werk und Wirkung William Shakespeares, seiner Zeitgenossen oder mit der Kultur der Shakespeare-Zeit, ihrer Rezeption und/oder Vermittlung beschäftigt haben.
Die Verleihung des Martin-Lehnert-Preises findet jeweils im Rahmen der Frühjahrstagung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft im April statt.
Über Martin Lehnert (1910-1992)

Martin Lehnert war langjähriger Präsident und seit 1985 Ehrenpräsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Weimar. Nach seinem Studium an der Berliner Universität lehrte er dort am Englischen Seminar, nahm von 1948-1951 eine Professur in Greifswald wahr und wurde 1951 an die Humboldt-Universität berufen, wo er als Inhaber des Lehrstuhls für Anglistik mehrjährige Arbeitskreise für englische Sprachwissenschaft und für die Ausbildung anglistischen Nachwuchses im Gesamten Lande leitete. Institutsdirektor, Fachrichtungsleiter und schließlich Dekan (1957-1961), wurde er alsbald ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften (1961).
Die Arbeit in Weimar und die Verbindung mit Stratford-upon-Avon waren Lehnert Herzenssache. So hinterließ er eine Schenkung zur Förderung studentischer Shakespeare-Arbeiten, die uns ins Zukünftige begleiten darf und auch damit seinen Namen unter uns lebendig halten wird.
Ausschreibung
Der Preis wird jährlich verliehen für eine herausragende Abschlussarbeit (Magister, Master, Staatsexamen), eine Dissertation oder ein dokumentiertes studentisches Projekt (Theaterinszenierung, Ausstellung, etc.). Das Preisgeld beträgt für eine Dissertation 2.000 €, für eine Abschlussarbeit 500 € sowie für ein studentisches Projekt 500 €. Der Preis wendet sich insbesondere an die Fachbereiche Anglistik, Germanistik und Theaterwissenschaften.
Nominiert werden können deutsch- oder englischsprachige Arbeiten, die an Hochschulen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verfasst bzw. eingereicht wurden. Arbeiten, die an Hochschulen im nichtdeutschsprachigen Ausland von jungen Wissenschaftler(innen) aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz erstellt worden sind, können in der Regel ebenfalls vorgeschlagen werden. Vorschlagsberechtigt sind die wissenschaftlichen Betreuer(innen) der jeweiligen Arbeit.
Vorgeschlagene Arbeiten (aus dem laufenden Jahr oder den beiden Vorjahren) können in zwei Exemplaren und unter Beifügung eines Gutachtens bis zum 15. Dezember an die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft eingereicht werden.
Deutsche Shakespeare-Gesellschaft e.V.
Windischenstraße 4-6
99423 Weimar
office@shakespeare-gesellschaft.de
Über die Vergabe des Martin-Lehnert-Preises entscheidet eine Jury, der folgende Mitglieder angehören:
Prof. Felix Sprang, Siegen (Vorsitzender)
Dr. Bettina Boecker, München
Prof. Peter Marx, Köln
Dr. Vanessa Schormann, Neuss
Martin-Lehnert-Preisträgerin Valentina Finger (2024)
Valentina Finger erhielt 2024 den Martin-Lehnert-Preis für ihre hervorragende Dissertation mit dem Titel „Specular Stages of Shakespeare and Beyond: Mirrors in Early Modern English Plays and Playhouses“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Eine angepasste Version ist im Februar 2026 bei Bloomsbury Arden Shakespeare unter dem Titel Mirrors in Shakespeare and Early Modern English Drama: Power, Gender and the Magic of the Theatre erschienen. Seit 2021 co-organisiert Valentina Finger die Shakespeare Academy und ist seit 2026 Mitglied des Vorstands der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft.
Valentina Finger schreibt zu der Ehrung: „Den Martin-Lehnert-Preis habe ich dankbar als Bestätigung entgegennehmen dürfen, dass all die gezerrten Nerven und schlaflosen Nächte, die – nebst vieler positiver Momente voller Erkundungsdrang und Entdeckungsfreude – in die Erstellung dieser Arbeit geflossen sind, es wert waren, da am Ende scheinbar etwas Vorzeigbares dabei herausgekommen ist. Dass mir diese Anerkennung gerade durch die Deutschen Shakespeare-Gesellschaft entgegengebracht wurde, die mich von Anfang meiner Mitgliedschaft an kollegial aufgenommen hat und für deren Zwecke ich mich seither ungebrochen gerne engagiere, bedeutet mir besonders viel.“
